Das ist mal eine sehr gute Frage. Die sollten wir uns viel häufiger stellen. Aber nur, wenn man offen für die Antwort ist. Denn nicht immer gefällt einem seine Berufung.
Dennoch glaube ich, dass jeder von uns eine Berufung hat. Und dass wir vollkommenes Glück nur finden können, wenn wir dieser Berufung gerecht werden.
Das soll nicht heißen, dass man nicht auch auf anderen Wegen Glück finden kann. Es ist meiner Überzeugung nach nur nicht vollkommen.
Wie ich zu dieser Überzeugung komme? Ich habe Menschen getroffen, die ihrer Berufung gefolgt sind, obwohl sie andere Pläne hatten. Und sie strahlen einen unglaublichen Frieden aus.
Also, was ist meine Berufung? Ich weiß, dass ich ihr nicht gerecht werde. Ich weiß, dass ich mich wie Jona verstecke – seit 26 Jahren. Und wenn ich ehrlich bin zu mir, dann kommt ein Teil meiner Unzufriedenheit daher.
Andererseits kann man doch nicht mit 12 Jahren seiner Berufung folgen, wenn das ganze Leben noch verlockend vor einem liegt.
Und ich denke, es gibt mehrere Wege, zu seiner Berufung. Denn – und jetzt werden sicher ein paar von euch ihre Augen rollen, aber ich möchte noch einmal daran erinnern, dass ich absolut subjektiv schreibe – Gott versucht uns immer wieder, zu unserer Berufung zu bringen. ER will, dass wir glücklich sind.
Wenn man für seine Berufung bestimmte Talente braucht, um diese zu verwirklichen, dann ist mein Multi-Interessen-Wesen eher hinderlich. Außer dass es eine Sache mit sich bringt: Ich verstehe. Ich kann mich in andere hineinversetzen und ihre Sichtweise nachvollziehen.
Dafür muss ich nicht von ihren Ansichten eingenommen werden. Zum Verstehen gehört nicht unbedingt übereinstimmen, entschuldigen, verteidigen.
Aber Verständnis für den anderen aufzubringen, das sorgt dafür, dass ich mich bemühe, keine voreiligen Urteile zu fällen. Natürlich klappt das nicht immer. Ich bin ein Mensch mit einem Affen-Hirn. Voreilige Urteile fällen sich ganz allein. Aber wir entscheiden, ob wir ihnen folgen.
Und ich bin bereit, meine Vorurteile und voreiligen Urteile zu hinterfragen. Das macht mich zu einem schlechten Diskussionspartner. Weil ich Dich einerseits nicht überzeugen will, und andererseits total überzeugen will, dass meine Ansicht ebenso in Ordnung ist.
Aber leider sind die wenigsten heutzutage dazu bereit. Wir sind oft so festgefahren. Ja, auch ich. So sehr ich mich bemühe, mein Affen-Hirn hält mich fest in seinen Fängen. Ich weiß, dass es mehr als meinen Weg gibt. Ich weiß, dass jeder auf seine Weise zur Wahrheit finden muss. Sie muss von Innen kommen.
Dennoch gibt es auch in mir eine Stimme, die mir einflüstert, dass ich Recht habe. Und dass jemand, der das anders sieht, mir unterlegen ist.
Und jedes Mal muss mein Sapiens-Hirn einschreiten, und mich zur Räson bringen. Solches Denken ist der Grund für so viel Uneinigkeit in der Welt. Dazu will ich nicht beitragen.
Was ist also meine Berufung? Ich kann es schlecht in Worte fassen. Bzw. nicht, ohne religiöse Begriffe zu verwenden. Die sind ihrerseits aber so negativ behaftet für so viele Menschen, dass es die abschrecken wird, die ich doch eigentlich erreichen will.
Und deshalb habe ich endlich diesen Blog gestartet. Um meine Worte in die Welt zu schicken, um mit Menschen in Kontakt zu treten. Um andere Ansichten kennenzulernen. Und sie dabei zu überzeugen, dass das nicht die einzige Wahrheit gibt.
Das ist kein einfaches Unterfangen. Und oft fehlen mir die richtigen Worte, um dieser Berufung gerecht zu werden. Deshalb folge ich diesen Fragen und schaue, wohin sie mich führen.
Oftmals geht meine Antwort etwas an der Fragestellung vorbei. Was bei einer Deutsch-Klassenarbeit hinderlich ist, ist genau das, was ich erreichen will. Meinen Gedanken freien Lauf lassen. Mich von den Fragen inspirierend zu lassen, um die richtigen Worte zu finden.
Noch habe ich einen langen Weg vor mir. Aber ich weiß, dass das der einzige Weg für mich ist, das vollkommene Glück zu finden. Dafür ist mir keine Anstrengung zu viel.