Der Klassiker unter den Fragen. Die Betonung liegt natürlich auf „wissen“. Und die Frage zielt darauf ab, das eigenen Leben kritisch zu hinterfragen.
Früher habe ich diese Frage geliebt. Als ich ca. 13 oder 14 Jahre alt war, und total auf dem Philosophie-Trip.
Heute weiß ich dagegen, dass diese Frage bescheuert ist. Denn alles was ich ändern würde, könnte ich nur ändern, wenn ich nach einer Woche tatsächlich tot umfalle.
Nehmen wir die offensichtliche Antwort zuerst: Ich sage den Leuten, die mir wichtig sind, regelmäßig was sie mir bedeuten. Und auch den Leuten, die mir auf den Geist gehen, sage ich es für gewöhnlich direkt ins Gesicht. Da gibt es nichts, das ich aufschiebe, obwohl das nicht sein müsste.
Als nächstes käme wahrscheinlich: kündigen. Ok, ich bin sehr dafür, einen Job, den man nicht gern macht, zu wechseln. Aber auch in meiner letzten Woche möchte ich gern arbeiten. Ich arbeite gern. Und ich hoffe, ich kann es noch sehr lange.
Vielleicht würde ich die Stunden reduzieren. Und das werde ich vielleicht auch, wenn die Umschulung rum ist. Im Moment ist Vollzeit und nicht der Traumjob angesagt. Daran würde ich aber auch nichts ändern. Ich habe tolle Menschen kennengelernt. Das ist eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte.
Was bleibt dann noch? Ich würde mir keine Sorgen um Cholesterin oder meine Leber (oder meine Nerven, was das anbelangt) machen und schlemmen, was das Zeug hält. Aber das wäre total bescheuert, wenn ich vorhabe, länger als eine Woche zu leben.
Und das wär es auch schon. Heutzutage beantworte ich diese Frage anders. Weil ich weiß, dass ich ein endliches Wesen bin, möchte ich mutiger sein. Und Gelegenheiten nutzen. Neues ausprobieren.
Dafür muss ich aber nicht wissen, wann ich sterbe. Es ist für mich völlig in Ordnung, das Wann nicht zu kennen. Das war früher auch mal anders. Aber Leben, mehr als nur Überleben – das ist etwas, das man nicht im Schatten des Todes tun sollte.
Lasst uns ignorieren, dass wir endlich sind und alle sterben werden.