Pruunas Rede

Hier also die ersten Worte von Pruuna. Nicht perfekt, aber sie ist gerade auf einer Burg, und hat nur ein Gänseblümchen als Berater 😉

Meine lieben Freunde,

Ich stehe heute vor euch um über die Freiheit zu sprechen.
Menschen, Elfen, Trolle, Orks – wir alle sind frei geboren und zur Freiheit bestimmt. Die Freiheit ist unser höchstes Gut. Ohne die Freiheit ist alles nichts.
Gesellschaftliche Konventionen schränken uns ein und zwingen uns zum Beispiel dazu, Kleidung zu tragen. Unsere natürliche Freiheit wird durch die Freiheit des Nächsten begrenzt.
Doch warum lassen wir uns das bisschen, das wir noch an Freiheit haben, weiter einschränken?!
Warum lassen wir uns durch Regeln und Ordnungen einsperren?!
Warum geben wir dieses kostbare Gut so leichtsinnig auf?!
Die Antwort ist einfach: wir glauben, dass wir unsere Freiheit eintauschen gegen das ebenfalls kostbare Gut „Sicherheit“.
Aber ich sage euch, dieser Glaube ist trügerisch, falsch und gefährlich!
Man sich so keine Sicherheit erkaufen.
Nehmen wir diese Burg. Die sich eingeigelt hat und jegliche Freiheit aufgegeben hat, nur um sich in Sicherheit zu wiegen. Doch wozu?! Was ist diese vermeintliche Sicherheit denn Wert?
Ihr sitzt hier fest und habt euer Leben auf stillstand gesetzt.
Ihr habt jegliche Kontakte aufgegeben.
Ihr sitzt hier fest.
Seid ihr sicher?!
Ihr glaubt ja. Denn diese feigen Burschen, für die ihr arbeitet, haben es euch versichert. Ohne euch eine Erklärung zu geben. Und ihr habt gefolgt, weil sie es doch besser wissen müssten. Nicht wahr?!
Aber das stimmt nicht. Diese möchtegern Ritter sind feige und aufgeblasen.
Da draußen läuft ein Nekromant herum. Er könnte eure Dörfer einnehmen und eure Familien verschlingen. Niemand ist da, der ihnen hilft.
Auch sie wiegen sich in Sicherheit. Denn niemand hat ihnen von der Gefahr erzählt.
Ihr habt euch eure scheinbare Sicherheit also mit dem Leben eurer Liebsten erkauft!
Denn diejenigen, die diesen Nekromanten aufhalten könnten, haben sich feige in ihrer Burg verschanzt und euch eurer Freiheit beraubt.
Aber seid ihr hier wirklich sicher?
Was passiert, wenn der Nekromant das ganze umliegende Land einnimmt?! Wie lange könnt ihr hier auf dieser Burg verschanzt überleben? Wann fangt ihr an, euch gegenseitig zu zerfleischen? Ihr seid hier eingesperrt wie Vieh, das darauf wartet, geschlachtet zu werden.
Nennt ihr das Sicherheit?!
Glaubt ihr wirklich, dass diese feigen Ritter nicht zu allererst an sich selbst denken werden?
Wer von euch wird der erste sein, den man verhungern lässt?! Wer ist der erste, den man auf die Speisekarte setzt?!
Sicherheit ist etwas anderes! Sicherheit kann nur in Freiheit entstehen. Wenn man selbst Herr über sein Handeln und sein Schicksal ist!
Wie könnt ihr diesen Feiglingen vertrauen, dass sie euch Sicherheit bieten?! Wer kann besser über euch bestimmen, als ihr selbst?!
Freiheit schafft Vertrauen. Vertrauen schafft Gemeinschaft. Gemeinschaft schafft Sicherheit.
Nur so kann man Sicherheit erschaffen. Durch Freiheit!
Und wenn ihr eure Brücke nicht mehr hebt – ist das für einen Nekromanten tatsächlich der einzige Weg auf eure Insel?!
Glaubt ihr wirklich, dass das Wasser eine Armee von Untoten aufhalten kann?!
Und ihr seid hier gefangen, ohne Ausweg, ohne Fluchtmöglichkeit!
Was ist das für eine Sicherheit?!
Sie taugt nichts.
Und so habt ihr eure Freiheit aufgegeben – für nichts!
Ihr habt die Kontrolle über euer Leben aufgegeben und einer Horde Feiglinge übergeben!
Die über euch bestimmen können und werden. Die weder euch noch eure Familien beschützen werden.
Wovor aber sollten sie euch denn auch schützen?! Vor dem Tod?!
Warum fürchtet ihr auch den Tod so sehr?! Alles auf Erden stirbt irgendwann! Es gehört zum ewigen Kreislauf des Lebens.
Wie die Blumen, die ich euch geschenkt habe – sie verblühen und lösen sich auf. Doch es wachsen wieder neue Blumen an ihrer Stelle. Auch ihr werdet irgendwann verwelken und verschwinden.
Doch wie wollt ihr sterben?!
Wollt ihr nicht selbst bestimmen, wie es mit euch zu Ende geht?! Wollt ihr nicht den Heldentod sterben, um eure Liebsten zu retten?! Wollt ihr nicht in Freiheit und aufrecht dem Tod entgegentreten?!
Es gibt keine Sicherheit vor dem Tod. Er ereilt uns alle. Aber die Freiheit, sich dagegen aufzulehnen, zu kämpfen, und ihm vielleicht noch einmal von der Schippe zu springen. Das könnt ihr euch doch nicht einfach wegnehmen lassen!
Und wofür?! Woher wisst ihr, dass diese feigen Idioten überhaupt Recht haben?!
Wer weiß , vielleicht wartet der Tod gar nicht da draußen! Niemand hat gesagt, dass der Nekromant jeden vernichten wird. Vielleicht ruht er sich hier nur etwas aus. Und zieht dann weiter.
Vielleicht ist er auch nur hinter dem Orden her und wird euch kein Haar krümmen?! Vielleicht haben sie ihn gar herbeigerufen! Sich mit ihm angelegt! Und ihr müsst das nun ausbaden!
Hier auf dieser Insel ist euch der Tod gewiß. Dort draußen habt ihr eine Möglichkeit zu überleben.
Und für eure Freiheit zu kämpfen. Für eure Liebsten. Für euer Leben!
Glaubt ihr denn, jeder von euch ist der einzige, der sich Sorgen macht?!
Glaubt ihr denn, ihr habt jeder allein Angst?!
Glaubt ihr denn, dass etwas besser wird, wenn ihr apathisch in euch versinkt?!
Wenn ihr euch hier verbarrikadiert und den Kopf in den Sand steckt?!
Diese trügerische Sicherheit vor einer Bedrohung, die gar nicht gewiss ist und bekämpft werden kann, taugt nichts.
Aber eure Freiheit! Die Freiheit, selbst zu entscheiden! Selbst sein Schicksal in die Hand zu nehmen! Oh, wie wertvoll ist das!
Und wir sind nicht allein! Gemeinsam kann man vieles ändern, gemeinsam hat man Mut!
Ich rufe euch auf, nehmt euch eure Freiheit zurück. Nehmt euch euren Mut zurück. Nehmt euch euer Leben zurück!
Lasst uns aufs Festland gehen und Blumen pflücken!

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