Ich habe vor einer Ewigkeit dieses Hörbuch angeschafft. Obwohl, ‚geschenkt bekommen‘ trifft es besser. Amazon wollte mich für Audible gewinnen und war so nett. Leider sind Hörbücher so gar nicht mein Fall.
Ich liebe es zu Lesen und Kopfkino anzuwerfen. In meinem eigenen Tempo. Zurückblättern und eine Stelle noch einmal lesen. Kontrollieren, ob ich mich richtig erinnere.
Aber das geht mit einem Hörbuch nicht. Weswegen ich vor langer Zeit für mich entschieden habe, dass das nichts für mich ist. Und ich bleibe grundsätzlich davon überzeugt, dass man für Hörbücher gebauso gewchaffen sein muss, wie für Lesebücher.
Der Autor/Sprecher muss bestimmt Qualitäten haben, ansonsten taugt das ganze nichts. Und der Leser/Hörer muss im richtigen state-of-mind sein. Bei mir sah das bisher anders aus.
Wenn die Augen aber etwas schwächeln und einen der ganze Körper und das Wetter entschleunigen, dann erinnert man sich an solche Dinge – und dieses Buch funktioniert sehr gut als Hörbuch.
Zum einen ist es interessant geschrieben. Zum anderen hat der Autor, David Allen, eine angenehme Stimme. Und es klingt. Ehr wie ein Vortrag, beinahe face-to-face.
Und so habe ich es mir in den letzten Tagen angewöhnt, jeden Tag 20 Minuten in die Sonne zu sitzen – soll ja gut sein wegen Vitamin D und so – und mir dabei anzuhören, wie man Dinge erledigt bekommt. Ich bin sehr erleichtert, dass meine Aufschieberitis, oder neudeutsch Prokrastination, gar nicht meine Schuld ist. Es liegt an dem völlig falschen System der To-Do-Listen, das mich daran hindert, wahnsinnig effizient zu sein 👍
Und um das zu beweisen, habe ich mir heute meine Festplatte vorgenommen. Ok, dieses Projekt ist nicht wirklich abgeschlossen. Es wird einen nächsten next-action-step geben. Aber ich habe rigoros ausgemüllt, entsorgt und gelöscht. Neue Ordner erstellt. Dateien umbenannt und richtig einsortiert. Das ganze dann in die Cloud hochgeladen, um überall Zugriff darauf zu haben. Somit kann ich jetzt immer Ordnung halten!
Und obwohl ich weiß, dass es erst der Anfang war und nich viel Arbeit vor mir liegt, denke ich, dass es zum Einüben der getting-things-done-Methode perfekt funktioniert. Ich habe mir erst einen Überblick verschaffen müssen, und mich mit jedem item auswinandersetzen, ob ich es behalten möchte, oder nicht. In welcher Beziehung es mit anderen Dingen steht. Wie ich es sicher wiederfinden werde.
Und ich habe mich daran erinnert, als ich das erste Mal entdeckt habe, dass Ordnung halten, etwas schönes ist – ich habe Sofies Welt gelesen. Da war ich 14 und der unordentlichste Mensch auf der Welt. Gut, viel ordentlicher bin ich mittlerweile nicht, aber ich habe es oft genug versucht. Und ich bin total toll darin, Listen zu schreiben. Dachte ich jedenfalls.
Denn David Allen erklärt mir, warum das nicht nur nicht stimmt, sondern dass meine Art, Listen zu schreiben, sogar kontraproduktiv ist. Da er das damit begründet, wie das Gehirn funktioniert und ich bei vielen Dingen nicken musste, glaube ich ihm sofort. Was er sagt, klingt logisch. Und es klingt machbar. Ob es auch wirklich Spaß machen wird, werde ich noch sehen – es ist aber schon sehr sympathisch, dass er erwähnt, dass ein System eher verwendet wird, wenn es Spaß macht. Ja, dem können wir, denke ich, alle zustimmen.
Ich habe jetzt natürlich nicht 100% getan, wie er es mir aufgetragen hat. Aber den ersten Schritt musste ich mit Ordnern und Sortieren verbringen. Jetzt kann ich von A bis Z jeden Ordner durcharbeiten, aber ich kann neue Sachen gleich an der richtigen Stelle abspeichern.
Also werde ich meine Ordner nach und nach weiterdurcharbeiten. Und nebenher mit weiteren Dingen weitermachen. Denn ich befinde mich in der utopisch-paradisischen Verfassung, 5 Wochen Zeit zu haben, Ordnung zu machen, und Effizienz zu lernen. Ganz oben in meinem in-tray liegt ein Zettel mit dem kleinen Wörtchen „Keller“.
Das kennen sicher auch viele. Einen Keller zu haben, ist Fluch und Segen zugleich. Glücklicherweise bin ich in den ketzten 8 Jahren mehrmals umgezogen und habe deshalb schon häufiger entrümpeln müssen/dürfen. Dennoch stapeln sich die Kartons im Keller – und ich weiß nicht einmal mehr, was da wirklich alles drin ist. Da das Wetter heiß bleibt, lockt der Keller schon sehr – kühl, Fenster auf, Musik an – morgen geh ich down under 😉
Und jedem, der sich mit To-Do-Listen schwer tut, der nach einer neuen Idee suchen, sich zu organisieren, dem lege ich das Buch „Getting things done“ von David Allen ans Herz. Für mich hoffe ich, dass der Effekt anhält. Schließlich warten nich diverse CMS darauf, von mir erobert zu werde. 😅