Schule war früher auch stressiger. Und sollte doch in einer verkürzten Klasse auch so sein. Jedenfalls wird uns das immer wieder um die Ohren gehauen. Und schließlich sind wir hier alle erwachsen und wollen diese Ausbildung bestehen. Sind also motiviert und vorbereitet…
Die Realität sieht wie immer ganz anders aus.
In Englsich habe ich schon nach Zusatzaufgaben gefragt, weil „How do you do?“ muss ich nun wirklich nicht noch einmal lernen.
In Deutsch gibt es lustige Stillarbeit zu Teamarbeit. Ironie not intended 😅
Ab gehts an den PC – der erst einmal nicht funktionieren will. Wir haben keine Zugangsdaten bekommen und deshalb gestaltet sich das Anmelden ein wenig schwierig. Beinahe die komplette erste Schulstunde geht dafür drauf. Mein PC braucht mit am längsten, um in die Gänge zu kommen.
Wer kennt sich denn mit Word aus? Also, alle: das ist Word und das sind die Einstellungen, die wir vornehmen. Jetzt als Vorlage speichern. (Wie es sich für einen selbstgefälligen Idiot gehört, passe ich nicht auf, sondern spiele ein wenig herum. Vergesse dabei die Absatzformatierung zu ändern. Upsi.)
Dann fangen wir mit Formatierung an – Schriftarten, Schriftgrade, Farbe, usw. usf. Text abtippen – dieser Schultisch entspricht nicht der Arbeitsergonomie. Sollten wir das nicht in diesem Fach behandeln? Anscheinend interessiert das hier nicht. Ich vermisse meinen Arbeitsschreibtisch. Der ist schön groß und man kann die Höhe verstellen.
Irgendwann klingelt es und jeder ist so weit gekommen, wie er/sie/es konnte/wollte. Das ist so langweiliges Zeug, dass ich frage, ob ich das zu Hause weitermachen darf – dann hab ich‘s hinter mir. Die Antwort ist beruhigenderweise: JA.
Ab in den Aufzug und zurück ins Klassenzimmer. Das ist im Keller. Und abgeschlossen. Jemand könnte ja den Beamer abmontieren. (Ich weiß, das ist eine reale Gefahr. Aber es nervt trotzdem.)
Wer hat die Hausaufgabe gemacht? – Was wir hatten Hausaufgaben?
Gefühlt die Hälfte hat etwas gemacht. Der Rest schaut erst betreten, dann erleichtert. Weil die Lehrerin ein paar auswählt und nach vorne holt, um ihre Minmaps zu präsentieren. Wozu hat man denn den tollen Beamer, wenn man ihn nicht benutz? (Kleiner Hinweis: Sie legen alle ihr Buch darunter – das wir auch aufgeschlagen vor uns liegen haben. Da an der Wand, auf die projeziert wird auch noch eine Tür ist und dementsprechend ein Türrahmen mitten durchs Bild geht, finde ich diesen Beamer sowieso absolut überflüssig. Aber ich schweife ab…)
Ok, jetzt hat jeder einen Überblick bekommen. Wir wissen also, was uns erwartet. Oder nicht? Hm. Wie wäre es mit einem total unrealistischen praktischen Beispiel?! Yay, wir sollen Druckerpapier bestellen. Alle gemeinsam brainstormen, was wir dafür benötigen. Dann dürfen wir eine Checkliste schreiben. Und wieder vorstellen – will aber keiner. Ich frage mich, wie es aussehen wird, wenn ich mein schönes iPad Pro nach vorne trage. Aber ich hab ein lahmes Bein. Und Mittagstief.
Ein paar Anmerkungen, wie eine Checkliste grundsätzlich einmal auszusehen hat. Der Hinweis, dass man das ja als Hausuafgabe am PC erledigen können. Mit Kästchen zum Abhaken. Und vielleicht auch eine kleine If-Then-Else-Funktion. Versteckt sich da doch bestimmt irgendwo.
Ein Raunen geht durch den Raum – ach, morgen ist schon wieder Unterricht? Ja, nein. Das kann man nicht von jungen Erwachsenen erwarten, dass sie am Nachmittag – die Schule endet um 15 Uhr – für den nächsten Tag etwas vorbereiten…
Ich hab das ganz anders in Erinnerung. Und auch meine Nichte und mein Neffe haben einen anderen Schulalltag. Aber vielleicht sollte ich micht nicht beschweren. Noch nicht. Es wird bestimmt noch ganz schön heftig. oO